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WM-Qualifikation für Brasilien 2014

Historischer Reggae Boyz Sieg über die USA


Mit Hochspannung erwarteten die Reggae Boyz – Fans das 3. Spiel in der Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien. Nach einem Auftaktsieg gegen Guatemala und einem unnötigen Unentschieden gegen die Karibikrivalen aus Antigua und Barbuda empfing die Nationalelf Jamaikas keinen geringeren Gegner als die von Jürgen Klinsmann trainierte Auswahl der Vereinigten Staaten von Amerika. In zuvor 20 Spielen gelang es einer jamaikanischen Nationalmannschaft noch nie gegen die USA zu gewinnen. Somit stand das Spiel unter keinem guten Stern. Zudem musste man in Demar Phillips und Donovan Ricketts auf zwei Säulen der Mannschaft verzichten. Auch die vermeintlichen Stürmerstars aus England, Marlon King und Ricardo Fuller, fanden bei der Nominierung durch Trainer Whitmore keine Rücksicht. Überraschenderweise wurden stattdessen Vietnam-Legionär Kavin Bryan und Joel Senior, der in der dritten Liga Schwedens sein Geld verdient, berufen.
 

Die USA musste ebenso auf zwei Stützen verzichten. Sowohl Landon Donovan, der hierzulande einigen noch durch sein Bayern-Intermezzo unter Klinsmann bekannt sein durfte, als auch Michael Bradley fielen verletzungsbedingt aus. Kurz vor dem Anpfiff musste dann auch noch Kapitän Steven Cherundolo von Hannover 96 aufgrund einer Blessur passen.


Unter tosendem Applaus wurden die Mannschaften um ihre Kapitäne Luton Shelton (Jamaika) und Tim Howard (USA) von der Stadionmenge im berühmt-berüchtigten „Office“ in Kingston empfangen. Kaum waren die Nationalhymnen erklungen, zappelte der Ball auch schon zum ersten Mal im Netz, sage und schreibe nach 35 Sekunden! Clint Dempsey von den Tottenham Hotspurs nutze eine Unachtsamkeit in der jamaikanischen Hintermannschaft und schob den Ball, nachdem Miller zuvor stark gegen Gomez parierte, gekonnt zum 1-0 ins Netz für die USA. Einen schlechteren Beginn hätte es für die Reggae Boyz nicht geben können und die zuvor lautstarke Menge verstummte auf einmal. Es dauerte einige Minuten bis sich die Reggae Boyz von diesem Schock erholten und zurück ins Spiel kämpften. Von nun an übernahmen Tappas Mannen das Zepter. Immer wieder angetriebenen von den beiden zentralen Mittelfeldspielern Rodolph Auston und Jason Morisson erspielten sich die Jamaikaner die ein oder andere Torchance. Nach einem Foul an Shelton nahe der Strafraumgrenze, entschied der mexikanische Schiedsrichter folgerichtig auf Freistoß. Rudi Austin, der „Bulle von Leeds“, schnappte sich das runde Leder und drosch es mit unbändigem Willen an Keeper Tom Howard vorbei ins Tor. Kyle Beckermann hatte den Ball noch unhaltbar abgefälscht. Auf den Rängen kochte die Stimmung nun über und die Fans wurden nun tatsächlich zum zwölften Mann. Die USA konnten von Glück reden, dass sie noch mit einem Remis in die Halbzeitpause gingen.
 

Die zweite Halbzeit begann wie die erste, nur spiegelverkehrt. Von den eigenen Fans getragen spielten nur noch die Reggae Boyz. Luton Shelton und Jevaughn Watson hielten die Bälle in der Offensive und verteilten diese geschickt. Die Amerikaner, allen voran der ungestüme Jermaine Jones von Schalke 04, wussten sich oft nur durch Fouls zu helfen. Dann, nach knapp einer Stunde Spielzeit, kam der historische Moment! Nach einem der unzähligen Fouls der Amerikaner, zirkelte Luton Shelton mit aller Rafinesse und Brillianz, die ein Fußballer haben kann, das Spielgerät über die Mauer hinweg unhaltbar ins Tor zum 2-1. Es war das Sahnehäubchen und das i-Tüpfelchen zugleich in einem Spiel, wie es aus jamaikanischer Sicht schöner nicht hätte laufen können. Wer nun dachte, die Klinsmänner würden aufdrehen, wurde enttäuscht. Es war ein Abgesang in Moll, was die Amis ihren Fans darboten. Nach wie vor spielten sich die Reggae Boyz in einen regelrechten Rausch und kamen über den eingewechselten Mattocks zu aussichtsreichen Konterchancen. Nur die letzten fünf Minuten musste die Reggae Boyz und ihre Anhänger noch ein bisschen Zittern, aber Dwayne Miller, der Donovan Ricketts im Tor hervorragend ersetzte, hielt die drei Punkte und somit den historischen Erfolg fest. Jamaika konnte somit im 21. Spiel das erste Mal gegen die USA gewinnen. Es hätte keinen schöneren Zeitpunkt geben können, schließlich feiert die schöne Karibikinsel in diesem Jahr den 50. Unabhängigkeits-Jahrestag. Der Jubel kannte nach dem Spiel keine Grenzen. Die begeisterten Zuschauer stürmten den Rasen und umarmten ihre Helden. Tappa Whitmore hatte alles richtig gemacht und mit seinem 3-Mann-Sturm eine riskante, aber genau die richtige Taktik gewählt.


In vier Tagen, am 11. September, treffen die Jamaikaner in Ohio ein zweites Mal auf die USA. Man kann gespannt sein, mit welcher Wut im Bauch die Klinsmann-Elf die Reggae Boyz empfangen wird, um sich für die erlittene Schmach zu revanchieren. Eines steht aber fest, den Sieg von Freitagabend, den historischen Erfolg, die Sensation kann den Reggae Boyz niemand mehr nehmen und ihren Fans natürlich auch nicht.

 

Aufstellung:

Jamaika:

Dwayne Miller – Nyron Nosworthy, Jermaine Taylor, Adrian Mariappa, Lovel Palmer – Jason Morrison, Rodolph Austin, Jevaughn Watson – Ryan Johnson (90. Omar Cummings), Luton Shelton (82. Joel Senior), Kavin Bryan (63. Darren Mattocks).


Spielerbewertung:


Dwayne Miller:
Note 1,5

Konnte beim Gegentor nichts machen und parierte zweimal glänzend. War somit ein Garant für den historischen Sieg.


Nyron Nosworthy:
Note 3

Schlief wie die gesamte Hintermannschaft beim frühen Gegentor. Stabilisierte sich danach aber und war vor allem bei Kopfballduellen „Herr im Hause“.


Adrian Mariappa:
Note 3,5

Wirkte zu Beginn ungewohnt unsicher und unkonzentriert. Fand aber ebenso wie Nosworthy schnell zu alter Stärke zurück. Kann aber deutlich besser spielen.


Lovel Palmer:
Note 2,5

Wirkte beim Gegentor ohne Orientierung. Sicherte danach aber die rechte Abwehrseite gut ab und konnte auch einige Offensivakzente setzen.


Jermaine Taylor:
Note 3

Unauffällig, aber solide. Stark bei Kopfballduellen.


Jason Morrison:
Note 1,5

Bildete mit Austin ein überragendes Mittelfeld-Tandem, das sowohl offensiv als auch defensiv fast in Perfektion funktionierte.


Rodolph Austin:
Note 1

Krönte seine Top-Leistung durch das wichtige Tor zum 1-1. Läuferisch und kämpferisch weltmeisterlich. Spieler des Spiels.


Jevaughn Watson:
Note 2

Überzeugte sowohl fußballerisch als auch kämpferisch. Ab und an fehlte die Präzision in seinen Zuspielen. Wenn er so weitermacht, ist er auf dem Weg zum Stammspieler.


Kavin Bryan:
Note 3,5

Rechtfertigte seine Startelfnominierung nur bedingt. Es dauerte fast 25 Minuten bis er das erste Mal am Ball war. Zeigte, dass er mit diesem umgehen kann. Technisch stark, aber von der Präsenz her unauffälliger wie seine Sturmpartner Shelton und Johnson.


Luton Shelton:
Note 1

Selten sah man einen so starken Shelton. Ein Führungsspieler par excellence, der durch seine Schnelligkeit und seine Ballbehandlung oft eine Augenweide war. Mit seinem Traumtor vollendete er eine magische Nacht.

Erstellt von: Lukas Glaser
Bilder folgen noch