WM-Qualifikaton für
Südafrika
2010
Glückliches 1:1 in Toronto gegen
Kanada
In der Zwischenrunde treffen die Reggae Boyz mit Kanada, Honduras und
Mexiko auf 3 starke Mannschaften. Nur die ersten beiden Mannschaften
qualifizieren sich für die Hauptrunde.
Bereits vor dem Spiel in Toronto war klar, dass die
Ahornblätter aus Kanada als Favourite in die Partie gehen.
Gespickt mit 13 Spielern aus dem Ausland musste man sich auch nicht
verstecken. Mit Rob Friend (Borussia Mönchengladbach), Daniel
Imhof (VfL Bochum) und Kevin McKenna (FC Köln) wurden 3 Spieler
aus der deutschen Bundesliga nomminiert. Des Weiteren verfügen die
Kanadier mit Julian De Guzman vom spanischen Topclub Deportivo La
Coruna einen hervorragenden Spielmacher.
Die Reggae Boyz reisen nur mit einem B-Team an, da viele englische
Vereine ihren Spielern die Freigabe verweigerten, da es sich nicht um
einen offiziellen Termin im Fifa-Kalender handelte. Ein Witz, wenn man
bedenkt, dass es sich um ein WM-Qualifikationsspiel handelt, wo jeder
Spieler dringend gebraucht wird. Neben Marlon King, der für das
Spiel aus unbekannten Gründen aus dem Kader gestrichen wurde,
fehlte auch noch Ricardo Fuller, der am Wochenende davor für Stoke
City in der Premier League ein Tor erzielte. Beide Spieler sind in der
Nationalmannschaft gesetzt. Des Weiteren fehlten auch noch der
Flügelflitzer Campbell Ryce, Jermaine Johnson und Abwehrchef
Claude Davis, die alle verletzt ausfielen. Den schwersten Aufall
mussten die Boyz mit Tyrone Marschall verkraften. Der Abwehrspieler von
Toronto FC fiel wegen einer Muskelverletzung aus. Schade, denn kennt im
BMO Stadion in Toronto jeden Grashalm und wäre sicherlich sehr
motiviert gewesen. Rene Simoes musste einfach improvisieren und einigen
Spieler aus der heimischen Liga das Vertrauen schenken.
Jermaine Taylor wurde 90. Minuten lang gefordert
Vor 21.978 Zuschauern im ausverkauften BMO Stadion von Toronto,
darunter mehrere tausende Jamaikaner, begannen die Gastgeber das Spiel
zu bestimmen, ohne jedoch gefährlich vor das Tor von Ricketts zu
kommen.
In der 8. Spielminute probierte es der ehemalige Kaiserslauterner
Spielmacher Patrice Bernier mit einem Flachschuss, doch der schwache
Schuss konnte von Ricketts ohne Probleme abgefangen werden. Wenig
später bediente De Rosario Altstar Radzinski, doch sein Schuss
flog weit über das Tor.
Gardner (links) schaut De Rosario (rechts) beim Schuss
zu
Der 40-jährige Pat Onstad im Tor der Gastgeber erlebte in der
Anfangsphase einen ruhigen Abend. Bei einem Weitschuss von Kevon Taylor
musste er nicht eingreifen, da der Ball weit über seinen Kasten
flog. Dieser Schuss brachte die Initialzündung für die Boyz
und sie kamen immer näher an das Tor von Onstad. Austin scheiterte
mit einem unplatzierten Flachschuss am kanadischen Torhüter, der
keine Mühe hatte den Ball abzufangen. Wenig später hätte
beinahe Burton das 1:0 erzielt, doch eine Flanke von Williams erreichte
er nicht und der Ball wurde eine sichere Beute von Onstad. Die Kanadier
konnten sich bis zur Halbzeit keine weiteren Chancen gegen eine gut
gestaffelte jamaikanische Abwehr erarbeiten. Mit einem 0:0 ging es in
die Pause.
Phillips im Zweikampf
In der 2. Halbzeit wurden die Boyz eiskalt erwischt. De Rosario spielte
einen langen Pass in den Strafraum. Torjäger Radzinski
verlängerte den Ball per Kopf in die Mitte. Dort stand De Guzman,
der nicht lange fackelte und den Ball ins Tor versenkte. Ein
großer Schock für die Boyz, die bis zu diesem Zeitpunkt in
der Defensive sehr ordentlich verteidigten.
In der 52. Spielminute gab es einen Eckball für die Reggae Boyz.
Andy Williams schnitt den Ball mit viel Effekt an und dieser landete
direkt im Tor. Torhüter Pat Onstad berührte den Ball noch
leicht. Ein großer Torwartfehler, aber auch ein sehr schöner
Eckball von Williams. Nach dem Ausgleich war nun wieder alles drin.
Wenig später war es erneut Williams, der den kanadischen
Torhüter mit einem Freistoß prüfte. Dieser riss seine
Fäuste hoch und konnte den Ball gerade noch über das Tor
bugsieren. Wenig später nahm Simoes den Torschützen vom
Spielfeld und brachte mit Luton Shelton einen frischen Stürmer. Er
war es dann auch gleich, der sich auf dem rechten Flügel
durchsetzen konnte, doch sein Flachschuss war kein Problem für
Onstad im Tor.
Konnte sich selten durchsetzen: Demar Phillips
Danach ging bei den Boyz in der offensive überhaupt nichts mehr
zusammen und die Kanadier kamen immer gefährlicher vor das Tor.
Der eingewechselte Stürmer Hume scheiterte knapp mit einem
Kopfball. Einen Schuss von De Rosario konnte Ricketts abwehren, den
Nachschuss von De Guzman parierte er aus kürzester Distanz mit
einem unglaublichen Reflex. De Guzman (Vater aus den Phillipinen,
Mutter aus Jamaika) drehte nun weiter auf. Ein Schuss aus 22 Metern
ging nur denkbar knapp über das Tor von Ricketts.
Erzielte den wichtigen Ausgleich: Andy Williams
Die größte Chance zum Siegtreffer gab es kurz vor Schluss
für die Kanadier. Ricketts griff bei einer hohen Flanke am Ball
vorbei, doch Hume konnte den Ball nicht im leeren Tor versenken, da
Goodison mit einer überragenden Rettungstat den Ball abwehren
konnte. Die letzte Chance im Spiel vergab der eingewechselte Omar
Cummings, der mit einem Flachschuss an Onstad scheiterte.
Die Reggae Boyz können mit einem Punkt in Kanada hochzufrieden
sein. In der Defensiven standen sie sehr ordentlich, jedoch wirkten sie
im Angriff recht hilflos und überließen viel dem Zufall.
Dies lag aber auch daran, dass Burton im Angriff für sich allein
gestellt war. King und Fuller hätten wohl für mehr Gefahr
gesorgt.
Positiv blickt man nun auf das nächste Spiel im "Office" gegen
Mexiko. Der Punktgewinn weckt auf alle Fälle das Selbstvertrauen.
Kanada: Onstad -
Klukowski, Hastings, Hutchinson, Serioux - De Guzman, Stalteri
(Kapitän), Bernier (65. Hume), De Rosario - Friend (77. Gerba),
Radzinski.
Jamaika: Ricketts - Woodbine, J. Taylor, Goodison, Gardner
(Kapitän) - E. Taylor, Williams (63. Shelton), Phillips (90.+2
Hue), Austin, Wolfe (87. Cummings) - Burton.
Tore: 1:0 De Guzman (47. Vorarbeit Radzinski), 1:1 Williams (52. ohne
Vorarbeit).
Gelbe Karten: De Rosario, Serioux, Hutchinson / Williams.
Zuschauer: 21.978 in Toronto/Kanada
Schiedsrichter: Batres (Guatemala).
erstellt von: Andreas
Wieser
Bilder von: Jamaica Observer, Fifa.com
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