Im Maracana-Stadion legten
die Boyz los wie die Feuerwehr. Kemmar Daley spielte in der 5. Minute
einen klasse Pass auf Rechtsverteidiger Eric Vernon, der den
herauslaufenden Torhüter Banguera zum 1:0 Führungstreffer
überwandt. Daley und sein Partner Thomas in Angriff spielten davor
einen hervorragenden Doppelpass.

1:0 durch Eric Vernon
Die Boyz dominierten das Spiel und erarbeiteten sich immer wieder gute
Möglichkeiten. Besonders Kemmar Daley war am Ball eine Augenweide.
Immer wieder umdribbelte er die Ecuadorianer, die ihn in den
Anfangsminuten nicht bremsen konnten.
Ecuador erhöhte daraufhin den Druck und die Boyz kamen nicht mehr
aus ihrer eigenen Hälfte. Kerr musste bei 4 brenzligen Situationen
sein ganzes Können aufbringen um den 1:0 Vorsprung zu retten.
Immer wieder blieben die Ecuadorianer in der vielbeinigen Abwehr der
Reggae Boyz hängen. Für Entlastungsangriffe sorgten Daley,
Cousins und Doyley, die jedoch alle abgefangen wurden.
Glück hatten die Boyz kurz vor der Halbzeit, als Chango aus 27
Metern abzog und Duwayne "Shrek" Kerr den Ball mit einer
überragenden Parade über die Latte lenken konnte.
Fazit zur Halbzeit: Die Boyz gingen früh in Führung und
sorgten danach mit schnellen Angriffen für Gefahr vor dem Tor von
Ecuador. Die Mannschaft von Ecuador erhöhte aber nach 15 Minuten
den Druck und kamen zu einer Vielzahl von guten Möglichkeiten. Die
Boyz beschränkten sich nur noch auf die Defensiven und konnten zur
Halbzeit mit dem etwas schmeichelhalften 1:0 Vorsprung zufrieden sein.
Zu Beginn der 2. Halbzeit spielten die Boyz wieder etwas offensiven und
kamen in der 47. Minute zu einer guten Möglichkeit, doch der
Kopfball von Daley ging am Tor vorbei.
In der 51. Spielminute scheiterte Ochoa völlig freistehend am
überragenden Torhüter Kerr. 2 mal konnte ein Nachschuss auf
der Linie geklärt werden. Cousins schoss den Ball
schließlich aus der Gefahrenzone. Bei den Boyz ging nun im
offensiven Bereich überhaupt nichts mehr. Es spielte nur noch
Ecuador, die den Ausgleich zum jetzigen Zeitpunkt hoch verdient
hätten. Immer wieder trugen sie technisch hervorragende Angriffe
vor, doch sie konnten die Abwehr von Jamaika bis zum jetzigen Zeitpunkt
nicht überwinden, die mit Glück und Geschick das 1:0 bis zum
Ende verteidigen wollten.
In der 77. Spielminute hätten die Boyz beinahe den Sack zu machen
können, als Doyley eine Ecke direkt verwandeln wollte, doch der
Torhüter von Ecuador konnte den Ball gerade noch wegfausten.
Fast im Gegenzug viel der Ausgleich. Kapitän Zura zog ab, ein
jamaikanischer Abwehrspieler kam dazwischen und der Ball landete genau
auf den Fuß von Montero, der den Ball aus 5 Metern nur noch
einschieben musste, da Kerr bereits am Boden lag, da er durch den 1.
Schuss auf dem falschen Fuß erwischt wurde. Zum jetzigen
Zeitpunkt musste man auch als Fan der Reggae Boyz erkennen, dass das
Ergebnis verdient war. Die Boyz vernachlässigten einfach das
Angriffspiel und wurden hierbei von den starken Ecuadorianern
letztendlich bestraft.
Wenig später eine böse Fehlentscheidung vom brasilianischen
Schiedsrichter. Folecco tankte sich am rechten Flügel durch und
kam kurz vor dem Strafraum zu Fall. Er viel in den Strafraum und der
Schiedsrichter entschied auf Strafstoß, obwohl das Foul
nachweislich kurz vor dem Strafraum passiert. Der Schiri hatte wohl
Tomaten auf den Augen. Nicht einmal die Ecuadorianer erkannten den
Elfmeter und wollten ursprünglich den Freistoß
ausführen. Unfassbar, dass nicht einmal der Linienrichter das Foul
außerhalb der Strafraumgrenze erkannte. Hier handelte es sich
wohl um pure Amateure.
In der 84. Spielminute verwandelte Kapitän Zura den Elfmeter
unhaltbar für Keeper Kerr. Danach war das Spiel entschieden.
Jamaika kam nicht mehr ins Spiel zurück und Ecuador war mit den
Kräften am Ende.
Am Ende stand Ecuador als Gold-Medaillengewinner fest. Die Boyz zeigten
ein gutes Spiel und können erhobenen Hauptes mit der
Silbermedaille im Gepäck ihre Heimreise antreten, denn eine
Medaille hätten ihnen nicht mal die kühnsten Optimisten
zugetraut. Schade, dass das Spiel durch einen ungerechten Elfmeter
entschieden werden musste.
Mit Jamaika holte erstmals nach Kuba wieder eine Mannschaft aus der
Karibik eine Medaille bei den Panamerika-Spielen. Kuba gewann damals
ebenfalls die Silbermedaille.

Silbermedaillengewinner Jamaika U20
Mit Kemmar Daley, Ricardo Cousins, Duwayn "Shrek" Kerr und John-Ross
Doyley stehen 4 Spieler auf den Sprung in das A-Team. Daley sicherte
sich mit 4 Toren die Torjägerkrone und Kerr wurde zum besten
Torhüter des Turniers gewählt. Kerr verdrängte sogar
"Killer" Miller, den aktuellen Stammkeeper vom A-Team unter Bora
Milutinovic, auf die Bank. Warum dies so ist, braucht man nach den
überragenden Vorstellungen von Kerr nicht mehr zu hinterfragen.

Enpfang in Kingston
Jamaika:
Kerr - Brown, Vernon (74. Adlam), Woodbine, Thompson - Cousins
(Kapitän), T. Smith, Doyley (67. Bailey), Campbell (46. D. Smith)
- Daley, Thomas.
Ecuador: