Peinliche
1:2 Niederlage gegen Grenada
9 Tage vor dem 1. WM-Qualifikationsspiel gegen die
Bahamas in Kingston mussten die Boyz in St. George gegen Grenada
antreten.
Bereits vor dem Spiel gab es mächtig
Ärger als die Verantwortlichen aus Jamaika erfuhren, dass der
Schiedsrichter der Partie aus Grenada ist. Die Partie begann mit einer
20-minütigen Verspätung. Die Verantwortlichen der Reggae Boyz
akzeptierten den Schiedsrichter, obwohl es eigentlich gegen die Regeln
verstößt einen Schiri aus dem eigenen Land einzusetzen.
In der Abwehr stellte Rene Simoes sein System um. Erstmals seit seiner
Amtszeit probierte er eine 3er Kette aus. Ford spielte somit eine Art
Libero, vor ihm verteidigten Pepe Goodison und Jermaine Taylor.
Die Reggae Boyz dominierten die 1. Halbzeit nach belieben und erzielten
in der 20. Minute den Führungstreffer durch Fuller. Nach einem
Eckball von Jungstar Evon Taylor setzte sich der bullige Stürmer
vom Premier League Aufsteiger Stoke City per Kopfball durch und
erzielte den längst fälligen Führungstreffer für
die in allen belangen überlegenen Jamaikaner.
In der 40. Spielminute hätten die Reggae Boyz beinahe die
Führung ausgebaut, doch der Schuss von King ging denkbar knapp am
Tor vorbei.
In der 2. Halbzeit verloren die Jamaikaner total den Faden. Die "Spice
Boyz" aus Grenada kamen immer wieder gefährlich vor das Tor der
Boyz. In der 49. Spielminute wäre beinahe der Ausgleich durch
Jason Robert von den Blackburn Rovers gefallen, doch sein Schuss ging
denkbar knapp über den Kasten. Nur wenig später vergab Deon
Burton 2 mal kläglich. In den beiden Aktionen wirkte er total
unmotiviert und kraftlos.
Das Ausnutzen der Chancen sollte sich rächen. Joseph zirkelte in
der 68. Minute einen Freistoß über die Mauer und genau in
den Winkel. Ricketts konnte den Freistoß nicht halten, da er so
präzise geschossen wurde. Rudolph Austin prüfte wenig
später den Torhüter aus Grenada mit einem gewaltigen
Freistoß aus 23 Metern, doch Desmond Noel lenkte den Ball gerade
noch über die Latte.
In der 76. Spielminute konnte Jason Roberts eine Unachtsamkeit in der
Hintermannschaft der Boyz nutzen und zum 2:1 Führungstreffer
einschieben. Die Partie war somit entschieden. Die Boyz konnten in den
restlichen Minuten keinen Druck mehr aufbauen bzw. stemmten sich nicht
gegen die drohende Niederlage.
Fazit: Auf Rene Simoes wartet sehr viel Arbeit. Obwohl Grenada eine
gute Mannschaft besitzt und auch schon gegen Costa Rica ein 2:2
erreichte, darf man gegen einen solchen Gegner nicht verlieren.
Vielleicht tut die Niederlage den Boyz aber ganz gut vor dem Start in
die WM-Qualifikation. So überheblich brauchen sie nämlich
gegen die Bahamas nicht zu spielen, auch wenn diese nicht so stark
einzuschätzen sind wie Grenada. Bei Grenada überzeugte einmal
mehr der bullige Premier League Stürmer Jason Roberts, der auch
den Siegtreffer erzielte.